Nachdem sich im Januar beim RoboCup Nordwest in Bad Zwischenahn gleich sieben unserer Teams für die Deutsche Meisterschaft in Köln qualifiziert hatten, ging es am Mittwochmorgen (11.03.) los: Zwei Teams aus dem WPU-Kurs des 8. Jahrgangs und fünf Teams aus dem 9. Jahrgang stiegen pünktlich – beziehungsweise mit der fast schon obligatorischen Verspätung von 20 Minuten – in die Bahn gen Süden. Dass wir alle wohlbehalten angekommen sind, sei an dieser Stelle ebenfalls erwähnt.
Die Herausforderung: Rescue Line und Rescue Maze
Das Ziel in den Kategorien Rescue Line und Rescue Maze ist es, Roboter so zu konstruieren und zu programmieren, dass sie autonom durch unwegsames Gelände manövrieren, um Opfer zu retten. Die Gestaltung der Parcours unterscheidet sich dabei grundlegend:
Anspruchsvolle Parcours und unerwartete Hindernisse
Geschenkt wurde den Teilnehmenden auf den bereits zu Beginn sehr anspruchsvollen Parcours nichts: Speedbumps (tückische Bodenschwellen) in allen Richtungen, steile Rampen und „ehrenlose“ Lücken in der schwarzen Linie machten den Line-Entry-Teams trotz solider Programmierung und Konstruktion das Leben schwer.
Noch härter traf es die Maze-Entry-Teams: Ihre Strecke wirkte, als sei der sprichwörtliche Sack Reis nicht in China, sondern direkt in Köln umgefallen. Die kleinen, harten Körner, die sich auf einigen Abschnitten häuften, behinderten viele Wendemanöver. Zudem verdeckten Trümmer aus Papier und Plastik teilweise die wichtigen Bodenmarkierungen.
Zwischenstand und Stimmung
Am Donnerstag und Freitag standen jeweils drei Läufe in der Kategorie Maze und zwei in der Kategorie Line an. Da die Konkurrenz teilweise über mehrjährige Erfahrung verfügte, war uns von vornherein bewusst, dass Spitzenplatzierungen schwer zu erreichen sein würden. Der erste Tag verlief dennoch durchaus erfreulich: Trotz der hohen Anforderungen hielten unsere Teams gut mit und belegten vorläufige Platzierungen in der oberen Hälfte.
Der Freitag verlief hingegen eher nach dem Motto „Pleiten, Pech und Pannen“ – verpasste Starts und Roboter, die sich während der Fahrt zerlegten, trübten die Stimmung jedoch nur kurzzeitig. Die Laune besserte sich spätestens am Hotel wieder: Direkt gegenüber boten die riesigen Scheiben des Magenta e-Sports Studios Einblick in einen Livestream mit Trymacs. Trotz Regens harrten viele aus, um ein Foto mit ihrem Idol zu ergattern – was den Ausdauerndsten unter ihnen am Ende auch tatsächlich gelang.
Der Abschluss und das Fazit
Am Samstagmorgen folgten einige bemerkenswerte Läufe: Während die Teams „MegaMinds“ und „Vector“ aus Jahrgang 8 fast fehlerfreie Leistungen zeigten, erhielt das Team „AS Tralkörper“ aus Jahrgang 9 ein Sonderlob vom Schiedsrichter für die präzise Fahrweise ihres Roboters.
In der Gesamtwertung belegten schließlich alle unsere Teams Plätze im gesicherten Mittelfeld. Es bestand zwar zu keiner Zeit Abstiegsgefahr, aber die „Plätze für Europa“ waren in diesem Jahr leider auch noch nicht in Sichtweite. Auf die Frage „Nächstes Jahr noch mal?“ folgte ein einstimmiges „JA!“. Also Teams: Haltet euch ran, ihr packt das!
Aufgrund der täglichen Erfahrungen mit der Bahn verzichteten wir auf die Siegerehrung und traten frühzeitig die Heimreise an. Dank der üblichen Verspätungen der Züge verlief die Rückkehr exakt im Takt der Verzögerungen, sodass wir alle Anschlüsse punktgenau erreichten. Naja, fast alle. In Osnabrück nutzten wir die Wartezeit für ein „Abschlussessen“ in einem amerikanischen Schnellrestaurant
Ein besonderer Dank gilt der Ulderup-Stiftung sowie der Dammer Stiftung Rückenwind für die großzügige finanzielle Unterstützung, ohne die unsere Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft nicht möglich gewesen wäre.
Carsten Rohe und Wiebke Pohl
Quelle: Gymnasium Damme